· 

Froschtaxis gesucht

Laubfrösche, Erdkröten und Teichmolche leben in unseren Gärten, Wäldern und Wiesen und jeder kennt diese Tiere als einen Teil unserer heimischen Natur. Viele von uns haben als Kinder begeistert Kaulquappen gefangen, sie in den elterlichen Garten in den Teich gesetzt oder einfach nur fasziniert beobachtet wie sich die Tiere langsam von dem Oval mit Schwanz zu einem winzigen aber schon perfekt ausgeformten Frosch entwickelt haben. Damals waren das so viele, dass wir niemals geglaubt hätten es könnte einmal anders sein.

 

Und dennoch ist ein weltweiter Rückgang zu beobachten der so weit geht, dass in naher Zukunft 30 – 50 % der Arten ganz verschwunden sein werden. Das ist mehr als bei jeder andern Spezies auf dieser Erde und geschieht fast unbemerkt direkt vor unserer eigenen Haustüre. In Österreich leben 21 Amphibienarten, weltweit gibt es etwa 7000 verschiedene Arten und auch bei uns werden die Tiere immer weniger.

 

Und wo ist jetzt genau das Problem, wenn es einfach ein paar Frosche und Kröten weniger gibt? Der Rückgang in Österreich der von einer Salzburger Studie auf 80 % geschätzt wird hat schwerwiegende Folgen auf das ganze Ökosystem. Zum einen dienen gerade Erdkröten und Grasfrösche, vielen Wildtieren als Nahrung. Dachse, Igel und Iltis sowie fliegende Jäger wie die Eule und Störche ernähren sich unter anderem  von Fröschen und Kröten. Die Laiche und Kaulquappen werden von Libellenlarven und Wasserkäfern verspeist. Anders herum vertilgen Frösche, Kröten und ihre Verwandten eine große Menge an Insekten und Würmern aber auch die im Garten so unbeliebten Schnecken.

 

Gründe für den Rückgang der Amphibien gibt es viele aber eine große Ursache ist der Straßenverkehr der für viele der Tiere auf ihrer Wanderung zu den Laichplätzen tödlich endet. 

 

Und genau da können wir sehr einfach helfen indem wir ihnen als Lotsen und Taxis einen sicheren Übergang ermöglichen. 

 

Ein einfache Lösung ist nämlich der Amphibienschutzzaun. Das ist diese grüne Barriere, die  ihr sicher schon oft am Straßenrand gesehen habt. In bestimmten Abständen des Zaunes sind Kübel im Boden versenkt in denen sich die Tiere sammeln und dann von den HelferInnen sicher über die Straße getragen werden. Damit können die Tiere ohne Gefahr weiter zu ihren Laichgewässern wandern um sich dort zu paaren und ihre Eier abzulegen.  Vor allem in Bad Sauerbrunn im Bereich des Römersees und in Pöttsching wird noch Unterstützung gesucht. 

 

Damit die Tiere nicht zu lange in den Kübeln auf ihr Taxi warten müssen braucht es viele helfende Hände.

 

Die Wanderungen beginnen, je nach Wetterlage Mitte Februar bis in den April jeweils in den frühen Morgen- und den späten Abendstunden (ca. 7:00 Uhr und ca. 21:00 – 22:00 Uhr) 

 

Ganz egal ob du einmal oder mehrmals pro Woche eine Schicht übernehmen kannst, jede helfende Hand ist willkommen.

 

Kontakt und weitere Infos erhältst du von der Leiterin des Projekts im Burgenland, Mag. Eva Csarmann, Expertin für Amphibienschutz

0677/ 612 153 22 oder eva.csarmann@gmx.at


Kommentar schreiben

Kommentare: 0