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Leithaland Gemüse: Gute Planung, viel Bauchgefühl und Vertrauen

Momentan interessiere ich mich sehr für regionalen Gemüse- und Obstanbau und alternative Formen der Landwirtschaft Aus diesem Grund war ein Besuch bei den Burschen von Leithaland Gemüse in Leithaprodersdorf schon längst fällig. Da sie Saison noch nicht voll gestartet hat, war auch der Zeitpunkt günstig um mit den Jungs in aller Ruhe zu plaudern und zu erfahren wie die Idee entstand, was sie antreibt, was Freude macht und wie zufrieden sie mit dem derzeitigen Verlauf von Leithaland Gemüse sind.

 

Um es gleich mal vorweg zu nehmen, ich hatte große Freude daran ihnen zuzuhören, Fragen zu stellen und oft unerwartete Antworten zu bekommen. Authentisch und sehr offen gingen sie an das Gespräch heran. Genau das ist es auch was ihr Unternehmen, das sie mit dieser Art repräsentieren, so symphytisch macht.

 

Eigentlich geht Leithaland Gemüse heuer erst in die dritte Saison und wenn man Michael, Andreas und Alfred zuhört, könnte man glauben das sie schon ganz alte Hasen im Gemüse Business sind. Dabei entstand die Idee zum eigenen Unternehmen erst 2017 und nach einer kurzen Planungs- und Organisationsphase haben sie 2018 schon losgelegt. Sie haben ehemalige Wiesenäcker händisch umgegraben, den Boden aufbereitet, die ersten Pflanzen und Samen bestellt, gebrauchte Folientunnel gekauft, aufgestellt und los gings. 

 

Woher sie ihr Wissen über Gemüseanbau im großen Stil haben, hab ich die Drei gefragt. „Von Youtube“ kam die für mich überraschende Antwort. Ganz so einfach war´s natürlich auch nicht… Michael, Andreas und Alfred haben schon sehr lange selbst gegartelt, ihr eigenes Gemüse angebaut, herumexperimentiert und viel Freude daran gehabt. Aber um dann auch einen Betrieb daraus zu machen und das Ganze dann auch geschäftsmäßig aufzuziehen, dazu haben sie sich viel frei verfügbares Wissen aus dem Netz geholt. „Market Gardening“ heißt das Konzept und es gibt dabei so ein paar Pioniere wie z.B. Jean-Martin Fortier, Eliot Coleman und noch einige mehr, die ihr Wissen frei im Netz zur Verfügung stellen. Es geht darum kleine Flächen effizient und bodenschondend für den vielfältigen Gemüseanbau mit nachhaltiger Produktionsweise und trotzdem ertragsorientiert zu nützen.  Ohne Einsatz von Maschinen und oft weit über den Standard hinaus den die biologische Landwirtschaft erfordert. Ein sehr beeindruckendes und zukunftsweisendes Projekt. 

 

Der Verkauf des erntefrischen Gemüses läuft über mehrere Schienen. Zum einen versorgt Leithalandgemüse private Haushalte in der näheren Umgebung mit bunten und abwechslungsreichen Gemüsekisteln, beliefern die Spitzengastronomie und Dorfläden der Region, verkaufen das Gemüse auf Märkten und zweimal pro Woche gibt es einen „Ab Feld Verkauf“ direkt an der Produktionsstätte. 

 

Es hat mir große Freude bereitet zu sehen wie die drei jungen Männer, die ursprünglich alle aus technischen Berufen kommen und somit Quereinsteiger sind, ihre Idee mit einer Mischung aus guter Planung, viel Bauchgefühl aber auch Instinkt und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten aufgebaut haben und ständig dabei sind zu verbessern. Die drei kennen sich schon seit Kindertagen vom gemeinsamen Fußballspielen und wahrscheinlich ist das auch eine gute Voraussetzung um in der stressigen, arbeitsintensiven Hochsaison so gut zusammen zu arbeiten. Keine großen Investitionen und dadurch Unabhängigkeit von Banken, gerade am Beginn war ebenfalls ein Schlüssel zum Erfolg weil es viel Druck von außen erspart. Geholfen haben auch die Freunde und Familien mit Know-How, Geräten aber auch mit Muskelkraft. 

 

Jetzt wird noch getüftelt wie man die Produktion noch effizienter mit weniger Arbeit gestalten kann damit Freizeit, Freundin und Familie auch nicht zu kurz kommen.  Aus Fehlern wurde gelernt und neue Methoden werden entwickelt. Schnelligkeit ist es was Michael, Andreas und Alfred gemeinsam haben, so unterschiedlich sie sonst auch sein mögen. Jeder hat etwas das er besonders gut kann, sei es der Umgang mit Maschinen oder deren Erfindung und Adaptierung und für die Bedürfnisse des Betriebes so wie Michael das kann. Die genaue Planung und das Wissen über die Bedürfnisse der Pflanzen hat Andreas genau im Kopf und den administrativen warenwirtschaftlichen und buchhalterischen Plan verwaltet Alfred. Mit dieser Saison arbeiten nun alle drei auch voll im eigenen Betrieb, worauf sie sich schon sehr freuen. Zu tun gibt’s eigentlich immer etwas, auch im Winter aber so richtig los geht’s mit dem Verkauf wieder im Frühling. 

 

„Jedes Dorf könnte seinen eigenen regionalen Gemüsebauern vertragen“, meint Andreas, als ich ihn nach dem Mitbewerb frage. So ein Betrieb ist nur dann nachhaltig und kann beste Qualität liefern wenn man in der Region bleibt. „Klar kauft nicht jeder aus dem Ort bei uns, aber jene die Wert auf frisches, gutes regionales Gemüse legen und auch gerne mal außergewöhnliche Sorten abseits der Supermarktstandards kosten möchten, die kommen zu uns.“ Und das sind zum Glück sehr viele Menschen und es werden immer mehr."

 

Schön, dass es Euch gibt!

 

Leithaland Gemüse

Keltenweg 2

2443 Leithaprodersdorf

 

Tel: 0676 920 78 66

office@leithalandgemuese.at
www.leithalandgemuese.at


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