Wir brauchen die Bienen – Die Bienen brauchen uns?

Bis vor vier Jahren viel mir das Problem des „Bienensterbens“ gar nicht auf. Mein Gemüse wuchs in Töpfen am Balkon, vereinzelt dann im Gemüsebeet im Garten der Schwiegereltern, Blumen wild in der Natur oder als Wohnungspflanze und alles schien in Ordnung. Nach dem Umzug in unser Haus, wanderte das Gemüsebeet allmählich in unseren Garten und wir freuten uns auf unsere baldige Chili-Ernte. Die Blüten kamen und gingen und kamen und gingen und … Moment mal, sollten da nicht Chili wachsen?

Nach reichlicher Überlegung entschloss sich mein Mann einen Pinsel zu holen und die Blüten selbst zu bestäuben. Ein Versuch war’s alle mal Wert. Und schwupps, da kamen plötzlich eine Vielzahl kleiner Chili-Früchte zum Vorschein.

Mein Weltbild bekam damals einen Riesen-Knacks. Wo zum Henker waren die Bienen und all die Insekten die unsere Blüten bestäuben sollten?

Im Jahr darauf durfte direkt neben dem Gemüsebeet eine Wildblumenwiese einziehen. Seitdem kommen wieder genügend Bienen und bestäuben unser Gemüse.

Das war der Punkt an dem ich begann mich für Insekten zu interessieren und auch zu sorgen.

Was können wir für die Bienen tun?

Wildblumen und bienenfreundliche Bienenweiden pflanzen

„Bienenfreundliche Pflanzen zeichnen sich vor allem durch zwei Eigenschaften aus: Sie besitzen einen hohen Gehalt an Nektar und/oder Pollen oder haben eine lange Blütezeit. Der Aufbau der Blüten spielt eine weitere wichtige Rolle. Bienenfreundliche Pflanzen verfügen über ungefüllte und weit geöffnete Blüten, sodass sowohl Nektar als auch Pollen für die Bienen gut erreichbar sind.“ Quelle: Mein schöner Garten

Verzichte auf Pestizide

Wusstest du, dass es in China in manchen Gegenden kaum noch Bienen oder Insekten gibt? Auf jeden Fall zu wenige um die vielen Obstbäume zu bestäuben. Das machen dort inzwischen Menschen. (Quelle: bee-careful)

Kaufe Obst und Gemüse in Bio-Qualität und Saisonal

Die Bio-Zertifizierung garantiert weniger Pestizide und auch eine nachhaltigere Anbauweise unserer Lebensmittel. Zusätzlich hilft der saisonale Einkauf Lieferwege zu reduzieren, CO2 einzusparen, damit das Klima zu schonen und aber auch hier schädliche Pestizide zu reduzieren. Denn leider ist die Nutzung bedenklicher Stoffe nicht überall reglementiert.

Schaffe einen Bereich im Garten mit Totholz

300 von 560 Wildbienenarten stehen auf der roten Liste (Quelle: bienenretter.de) Ein Grund sind die schwindenden Nistmöglichkeiten (neben Pestiziden und Monokultur). Mögliche Abhilfe schaffen unordendliche Bereiche im Garten mit Totholz und Wildblumen.

Soll ich einen Nistplatz für Wildbienen bauen?

Ist genügend unberührte Natur mit Totholz und Wildblumen vorhanden, hilft das den Bienen schon. Wenn aber dennoch ein Nistplatz gebaut werden soll, dann dürften Holler-Stängel und Brombeer-Zweige besser geeignet sein als Bambus, da dieser oft gequetscht oder zerfranst ist. Nähere Infos findet ihr auf bienenretter.de

Wo erhalte ich Samen für meine Wildblumenwiese?

Entweder sammelst du selbst Samen in der Natur oder du suchst dir eine möglichst regionale Samenmischung. Bei uns im Burgenland gibt es eine Mischung aus dem Südburgenland. Angeboten von der Wieseninitiative.

Mein Fazit: Mehr Unordnung, mehr Diversität im Garten, mehr einfache Blumen und mehr Gelassenheit, schaffen in vielen Fällen eine gute Basis für einen gesunden Lebensraum für Mensch und Insekten.