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Nuss- und Sojamilch selber machen

Als mein Mann und ich uns vor 6 Jahren entschlossen vegan zu leben, haben wir zuerst mangels Alternativen in den Supermärkten für Sojamilch anstatt Kuhmilch entschieden. Normalerweise sagt man, dass nach ca. 3 Wochen ein Gewöhnungseffekt eintritt, aber an den Geschmack der gekauften Sojamilch konnten wir uns nur schwer gewöhnen. Deshalb suchten wir bald nach Alternativen, fast wöchentlich kam eine neue Pflanzenmilch Sorte ins Regal, auch in den gängigen Supermärkten. Wir probierten Mandelmilch, Reismilch, Dinkelmilch und blieben schließlich bei Kokos-Reismilch. Nachdem wir uns jedoch auch immer mehr mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzten und Kokosnüsse nicht gerade bei uns ums Eck wachsen, war auch das bald keine Option mehr. So probierten wir weiter und stießen endlich auf die vorerst ideale Pflanzenmilch für uns, nämlich Hafermilch. Als österreichisches Bio Produkt fast überall erhältlich, ist die Hafermilch auch ohne Zusatz von Zucker leicht süßlich uns schmeckt herrlich im „Milchkaffee“ für den wir die Pflanzenmilch großteils brauchen. Außerdem schmeckte sie auch unseren Gästen die Kuhmilch gewohnt waren. 

 

Fast einen Liter Pflanzenmilch verbrauchen wir pro Tag und da fällt schon eine ganze Menge Müll in Form von Tetrapacks an. Deshalb machte ich mich vor einigen Wochen auf die Suche nach Rezepten um Pflanzenmilch selbst herzustellen. Zunächst versuchte ich es natürlich mit Hafermilch. Laut den Rezepten im Netz ganz simpel herzustellen: Haferflocken, Wasser eine Prise Salz in einen Hochleistungsmixer. Gelesen getan, das Ergebnis war Haferschleim. Auch einige weitere Versuche mit weniger Haferflocken, absieben, mehr Wasser, ganze Haferkörner, blieb sehr unbefriedigend. Sobald wir die Hafermilch erhitzten oder in den heißen Kaffee schütteten schleimte sie. Außerdem fehlte die natürliche Süße, die mit selbst gemachter Hafermilch nicht zu erreichen ist.

 

Ende November war ich Ausstellerin mit unserem Hof-Sonnenweide auf der VeganPlanet (Veganmesse) im Wiener MAK und mir gegenüber war der Stand von „And Soy“. Ein Gerät, ähnlich einem Thermomix  mit weniger Funktionen und günstiger, um Nussmilch, Sojamilch, Reismilch und Suppen herzustellen. Ein Bekannte hatte mir schon mal davon erzählt und das sie damit ihre Pflanzenmilch selbst produziert. Als ich dann noch ein vergünstigtes Angebot bekam, schlug ich zu und kaufte das Gerät. 

 

Das erste was ich probierte war natürlich Hafermilch, leider mit einem ähnlich schlechten Ergebnis wie vorher schon mit dem Mixer. Zuerst war ich enttäuscht aber dann packte mich der Ehrgeiz und ich kaufte mir Haselnüsse, Mandeln, Hanf und dann noch Sojabohnen aus dem Burgenland im Hofladen der Familie Rosnak in Steinberg Dörfl. Obwohl mir Mandel- und Sojamilch aus dem Tetrapack eigentlich nicht schmecken wollte ich die selbstgemachte Variante probieren.

 

Und der überraschende Testsieger war Sojamilch, dicht gefolgt von Haselnussmilch. Mittlerweile mache ich mit richtiger Begeisterung unsere Sojamilch mit wenig Aufwand und heimischen Sojabohnen selbst. Im Kaffee schäumt sie leicht wenn man die Flasche schüttelt, sie ist mollig fast wie Sahne und für die Süße gebe ich Datteln dazu, die man natürlich auch weglassen kann wenn man das nicht mag.

 

Was von der Sojabohne nach dem absieben übrig bleibt nennt man Okara. Das ist so ähnlich wie Tofu, geschmacksneutral und enthält viel Eiweiß und Mineralstoffe. Man kann es zum Backen und Kochen verwenden. Dazu finden sich etliche Rezepte im Netz. Noch ein Aspekt der für die Sojamilch spricht, obwohl man auch die Rückstände von Nussmilch gut zum Backen verwenden kann. 

 

Außer And Soy habe ich mittlerweile einige Geräte gefunden mit denen man seine Pflanzenmilch selbst herstellen kann aber außer für Sojamilch- und Reismilch braucht man eigentlich nur einen sehr guten Mixer und einen Nussmilchbeutel zum Absieben des Pflanzendrinks. Ein feines Sieb reicht nicht (hab ich probiert) es gehen immer ganz feine Stücken durch, die dann Hustenreiz verursachen. Eventuell funktioniert es zusätzlich noch ein Küchentuch über das Sieb zu legen

 

Basisrezepte für Nussmilch

Ca. 100 – 120 g Nüsse (Mandel-, Cashew- und Haselnüsse)

Über Nacht aber mind. 6 Stunden in kaltem Wasser einweichen.

1 l Wasser

1 Prise Salz

2 – 4 Datteln (optional)

Vanillepulver (optional)

 

Mixen, absieben, fertig (Cashew Nüsse müssen nicht gesiebt werden)

 

Hanfmilch

50 g geschälte Hanfsamen

500 ml Wasser

1 – 2 Datteln optional

Braucht nicht gesiebt werden da Hanfsamen sehr fein sind

 

Sojamilch

100 g getrocknete Sojabohnen mind. 10 Stunden einweichen
1 l Wasser

1 Prise Salz

 

Sojabohnen mit ca. 1/4 l Wasser pürieren

ca. 3/4 l Wasser zum Kochen bringen und Sojabohnenbrei unterrühren mit einer Prise Salz. 

 

ca. 10 Minuten köcheln lassen und alles durch ein Nussmilchsieb oder ein Sieb, ausgelegt mit einem Küchentuch absieben. Die entstandene Milch kann noch mit mind. 1/4 l Wasser verlängert werden. Nach Belieben süßen oder auch nicht. 

 

Die übrigen Feststoffe nennt man Okara. Sie enthalten viele Mineralstoffe und v.a. Einweiß. Es ist wie Tofu geschmacksneutral und kann zum Kochen und Backen verwendet werden. Zahlreiche Rezepte finden sich im Netz

Esslöffeln Zucker verfeinern. Außerdem möglich: Mit etwas Kakao wird aus der Sojamilch ein Schoko-Drink und mit pürierten Früchten eine Fruchtmilch. Sie können den pflanzlichen Drink nach Belieben mit weiteren Zutaten versehen.

 

 

Zum Süßen kann man natürlich jede beliebige Zuckerform nehmen. Ich persönlich habe gemerkt das Dattelsüße nicht diesen „Zuckerflash“ verursacht wie die meisten Zuckerarten, leider auch Agavendicksaft den ich sehr gerne verwende. Bei mir äußerst sich der Zuckerflash indem ich ca. 1 Stunde nach Genuss  Heißhunger bekomme was bei Fruchtzucker offenbar nicht der Fall ist. (Subjektive Beobachtung)

 

Autorin: Elisabeth Nussbaumer

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